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ditido

Swagman
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Anmeldungsdatum: 03.03.2008
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 17, 2008 2:08 pm

Pee Tree- eine Ostküstenikone

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To answer nature’ s call
Es ist ein sogenanntes „Shocking Theme”. Aber es muß ganz emotionslos darüber gesprochen werden. Regelt es doch die professionelle Behandlung ein menschliches Bedürfnis, dessen Lösung ein gesellschaftliches Anliegen ist.
Dem war nicht immer so. In wenig bewohnten Gegenden auf der Welt hatte sich bei notwendigen Miktion und Defäkation seit der Urgesellschaft nicht viel geändert. Und gerade deshalb halte ich die australische Definition „To answer nature’s call“ dafür sehr treffend.
Je mehr die Menschheit sich einbildete zivilisiert zu werden, umso mehr wurde das Sanitärverhalten erstaunlicherweise nur der Männer öffentlich diskutiert. Und so hat das letzte Cast Iron Urinal in „The Rocks“ aus dem frühen 20. Jahrhundert historische Bedeutung. Dass Männer, auch in den Städten lieber „schnell mal um die Ecke“ gehen, statt eine Bedürfnisanstalt aufzusuchen, bringt den Städten noch zwar hygienische Probleme und Beschwerden von Bewohnern wegen der “sittlichen Belästigung“. Aber auch oft ziemlich hohe Einnahmen. Wegen der Strafen.
Dem erstaunlichen Phänomen, dass Männer überwiegend bei der Miktion eine Fläche vor sich haben möchten (als Zielübung?), dass ihnen aber die Atmosphäre und der Geruch der öffentlichen Toiletten unangenehm ist, hat Designer, wie Joa Herrenknecht aus Karlsruhe, auf die Idee gebracht, einen Keramik Pee Tree in einem hellen Raum zu stellen.
So will man den „Baum wieder in die Stadt bringen, eine „Markierungsfläche für den Mann bieten („ich war da“) und das aromareiche Fehlverhalten korrigieren, sowie ein hygienische Alternative anbieten“.

Der Pee Tree, oder „Pinkel Baum“, ist ein im anglikanischen Bereich durchaus gebräuchlicher Begriff. So wird sogar die Schneewandfläche außerhalb einer Iglu Siedlung genannt. Und es gilt der Hinweis "Do not eat yellow snow!"

Der bekannteste Pee Tree, schon fast eine Ikone, befindet sich an der südlichen Ostküste von Australien. Erreichbar über einen Abzweig an der Strasse von Bermagui nach Cobargo. Wie wir aber aus dem oben gesagten wissen, keine vielleicht nur für Australien typische Sehenswürdigkeit. Aber, und da sind die Australier eigen, eine zu „unbedingt zu besichtigende territoriale Besonderheit.“
Einen „Pee Tree“! Ja! Sie haben richtig gelesen. Die Aussies betrachten eine „Pinkelbaum“ als historische Sehenswürdigkeit. Erreichbar von der Strasse, die Bermagui und Cobargo verbindet. Und natürlich hat der Baum auch eine Geschichte:
Der Baum wurde seit 1920 zu einer „liebgewordenen Gewohnheit“ für einen ein Bankmanager, der regelmäßig auf seinem Heimweg vom Pub, den er nach der Arbeit aufsuchte, hier stoppte. „To answer nature’s call“. Das hatte ich bis dahin noch nie gehört. Pinkeln als „Antwort auf den Ruf der Natur“ zu bezeichnen. Dieser Baum wurde für ein zu einem teil seines Heimkehrzeremoniells. Als die Forstwirtschaft eine Baumfälleraktion zur Gewinnung von Bauholz ankündigte, kaufte er den Baum. Doch nicht um ihn zu fällen. Sondern er nutze ihn regelmäßig weiter. Nach seiner Pensionierung Anschließend schenkte er den Baum dem Mumbulla Shire Council. Mit der Auflage, dass der Baum unbeschädigt bleiben müsse. Die Schenkung wurde angenommen. . Der mittlerweile 40 m hohe gesprenkelte Eukalyptusbaum ist seitdem mit behördlicher Auflage geschützt vor dem Fällen oder jeglicher Art von Beschädigung. Das verkündet auch eine Tafel, die neben dem Baum angebracht wurde. Sogar jede Trassenführung neuer Strassen mußte den Baum berücksichtigen. Er blieb stehen.
Leider habe ich unter den unzähligen Bildern über DU gerade diese Bild nicht gefunden. So bin ich Annette und Karl-Heinz Bücke sehr dankbar, dass sie mir das einzige im Internet existierende Bild dieses Pee Tree zur Verfügung stellten.
Eine weitere Besonderheit, auch nicht typisch für Australien, dort aber kaum noch anzutreffen ist dieses „B.Y.O.T.P.“
„Bring Your Own“(B.Y.O.) ist eigentlich allen Besuchern von Australien und Neuseeland bekannt. Nicht alle Gaststätten haben die Lizenz zum Alkoholausschank. Doch staunt man nicht schlecht, wenn man auf Campingplätzen in Afrika, in Thailand, in Hongkong und auch sogar in Parks in den USA diese B.Y.O.T.O liest. In Australien habe ich es nach 1997 nicht mehr gesehen.

Dieses „Bring Your Own Toilet Paper“ ist ein wichtiger Hinweis, wenn es im Busch Klo weder Wasser, Papier, noch Pflanzenblätter gibt. Und dann steht das Häuschen oft über 100 Meter vom Zeltplatz entfern. Peinlich! Peinlich. Die eine Rolle Papier bei der Buschtoilette auf dem Bild reichte wohl nicht lange. Und das Bier, zur Beruhigung oder Anregung des Darms, ist wohl auch bald „verdunstet!
http://www.ditido.de
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