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ditido
Swagman

Anmeldungsdatum: 03.03.2008 Beiträge: 149 Wohnort: Thüringer Holzland
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Verfasst am: Mi März 05, 2008 8:29 amProstitution für Studiengebühr |
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Es war eine ziemlich offen geführte Diskussion 2007, die von Australien auch nach Deutschland überschwappte.
Da ich hier im Forum nicht darüber finden konnte, dachte ich mir, ich stell das Thema mal ins Forum. Eure Meinung würde mich sehr interessieren.
Prostitution für Studiengebühr?
Die Wissenschaftlerin Sarah Lantz von der Universität Melbourne erregte 2007 weltweites Aufsehen mit ihrer Aussage „Studentinnen zur Prostitution gezwungen!“ Die Thematik Studentinnen und Prostitution ist für Australien (und auch für Deutschland) nicht neu. Doch Sarah Lantz hat 40 ausländischen Studenten über vier Jahre beobachtet. Durch die Beschränkung auf 20 Stunden Zusatztätigkeit für ausländische Stundenten blieben nur illegale Jobs, so eben auch die Prostitution, um die Studiengebühren bezahlen zu können. Es wird eine erforderliche Summe von 117.000 Euro für das Studium und die Krankenversicherung in Australia errechnet.
In den achtziger Jahren wurde in Australien die Studiengebühr für ausländische Studenten eingeführt. Wie nicht anders zu erwarten mussten schon in den neunziger Jahren alle Studenten gebührten bezahlen. Gestaffelt nach dem Studienfach von Sozialwissenschaften (niedrigste Gebühr) bis Medizin (höchste Gebühr). Mittlerweile bestreiten die Hochschulen 30% ihrer Kosten aus diesen „Contributions.“ Als Subvention können australische Studenten eine staatliche Studienfinanzierung durch Kredit oder Zuschuss beantragen. Diese Subventionierung muß erst nach dem Studium zurückgezahlt werden, mit 25 % Rabatt für den, der sofort zahlt. Ausländer müssen die vollen gebühren bezahlen, weil deren Eltern in Australia keine Steuern zahlen und weil sie eigentlich nach dem Studium Australien wieder verlassen.
Bevor man über die „australischen Zustände“, die angeblich die armen weiblichen Ausländerinnen zur Prostitution zwingen, kritisch spricht, muß man hinterfragen: Warum tun das die Studentinnen?
Wenn ich in DU studieren will und meine Finanzierung nicht klar ist, muß ich es eben sein lassen! Warum soll der australische Steuerzahler Ausländern das Studium finanzieren?
Wenn ich als Student Geld brauche und dies nicht legal mit 20 Stunden/Woche absichern kann, wenn meine Eltern mich nicht unterstützen können, muß ich wieder zurück.
Natürlich ist den jungen Frauen bekannt, wie leicht und lukrativ besonders die illegale Prostitution ist, die sich hinter dem Begriff illegaler Begleitservice tarnt.
Doch zunächst, besonders um den vielen fleißigen Studierenden nicht Unrecht zu tun, es gibt eine Vielzahl junger asiatischer Frauen, die sich zum Zwecke des Aufenthaltes in Australien ein Studienvisum verschaffen, einen Hörsaale nicht von innen sehen und nur dem horizontalen Gewerbe nachgehen. Und die kennen die Tricks, um die 80%ige Anwesenheit bei Vorlesungen vorzutäuschen.
Aber es gibt auch Studentinnen, deren moralische Ansichten auf angenehm und nützlich orientieren. So haben Befragungen 2004 unter ausländischen Studentinnen ergeben, dass eben diese die Verdienstmöglichkeiten als Prostituierte besser und bequemer sehen, statt als Kellnerin zu jobben. Ehrlich! Es erschreckt diese Richtung beim akademischen Nachwuchs. Pekunia non olet? In diesem Falle schon.
Der Umgang der Australier mit der Prostitution und den Prostituierten war schon immer, bedingt durch den fast 100 Jahre währenden historische Männerüberschuss in der Kolonie, lockerer und akzeptierbarer als in Europa.
Und in der heutigen Zeit scheint ja immer der Erfolg das Mittel zu entschuldigen. Auf alle Fälle ist die vorgebrachte Entschuldigung, wegen der hohen Studiengebühren als Prostituierte zu arbeiten ein Vorwand. So wie es auch bei den Leipziger Studentinnen, die der illegalen Prostitution in den 60ziger Jahren nachgingen, war. Die Damen begründeten ihre zu bezahlende Tätigkeit, mit der Absicht, ihre männlichen Kommilitonen vor den Fängen einer nichtakademischen Prostituierten zu bewahren.
Ach übrigens die männlichen Studenten. Die müssten doch ebenfalls in Geldnöten stecken. Arbeiten die jetzt als Call Boy?
Die Frage der legalen Prostitution ist ein Problem der Legislativen, die der illegalen Prostitution eine Aufgabe für die Polizei. Und damit sollte man das Thema beenden.
Sicher sind die Ergebnisse der Beobachtung von 40 weiblichen Studentinnen über vier Jahr ganz interessant. Aber auf keinen Fall repräsentativ.
Der akademische Nachwuchs, der sich aus finanziellen Erwägungen zu so einer Handlung entschließt, muß sich auch über die Folgen klar sein, wenn einem die Vergangenheit einholt.
Als ehemaliger Klinikchef im Fach Frauenheilkunde kann ich sagen, dass eine weibliche Mitarbeiterin mit so einer Vorgeschichte bei mir keine Perspektive bekommen hätte.
Das sahen aber 2007 einige in DU Studierenden anders. Sie meinten, dass es doch egal sei, wie man sein Studienziel erreicht.
Hauptsache man handelt dann nach Abschluß "ethisch".
Naja.
Was meint ihr dazu? |
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tommy
Jackaroo

Anmeldungsdatum: 06.12.2004 Beiträge: 255
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Verfasst am: Fr März 07, 2008 7:08 amstudium prostitution |
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Hi Ditido,
spannendes Thema.
In Deutschland grassiert das soweit ich weiss noch nicht. Solange es keine Studiengebuehren gibt (d.h. volle Gebühren, nicht den paar-hundert-Euro-Scheinbeitrag) wird das wohl auch kein Massenproblem werden.
Interessant fand ich aber die Situation hier in Südostasien (, wo ich schon seit ein paar Jahren lebe).
Da ist die Grenze von Studentin zu Freundin zu ausgehaltener Freundin zur Gelegenheitsprostitution fließend. Es ist erschreckend, mit welcher Leichtigkeit sich Mädels hier ein einen wohlhabenden "Sugar Daddy" binden (nein, nicht ich. Bin seit Jahren glücklich verheiratet ).
Und da ist auch offensichtlich, dass viele nicht nebenher auf diese Weise Geld verdienen, um das Studium zu finanzieren, sondern sich als Studenten einschreiben, um ein Studivisum zu bekommen, und dann nebenbei "arbeiten" zu können.
Wie gesagt, das ist in Südostasien...
LG |
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ditido
Swagman

Anmeldungsdatum: 03.03.2008 Beiträge: 149 Wohnort: Thüringer Holzland
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Verfasst am: Fr März 07, 2008 10:59 am |
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Hi Tommy, danke für die Antwort. Was ich bei der Thematik interessant fand war, dass zunächst die Wogen der allgemeinen Empörung in DU ziemlich hoch schwappten. Und dann war mit einem Mal Ruhe, so als würde es solche Fälle nicht geben.
Und das zweite war, dass einige Diskussionsteilnehmerinnen aus Deutschland den Fakt, sich durch Prostitution sein Studium zu ermöglichen, eben in der heutigen Zeit für durchaus zeitgemäß hielten.
Früher sagten die Lateiner dazu "O tempora! O mores!"
Das man sinngemäß etwa so übersetzten könnte: Mit den Zeiten ändern sich auch die Sitten |
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